NEULAND

Ausstellungsprojekt

Neugierig ist der Mensch seiner ganzen Natur nach. Getrieben, mehr über sich selbst, über das Wesen des Seins und über seine Welt zu erfahren, bricht er immer wieder auf, zu entdecken, was noch nicht entdeckt ist, den Fuß auf Gebiete zu setzen, die kein anderer zuvor betreten hat. Terra Incognita, das unbekannte Land hat seit Jahrhunderten und Jahrtausenden Entdecker in die letzten Winkel der Welt getrieben, um zu erforschen, zu vermessen, zu dokumentieren oder zu besitzen. Viele von Ihnen haben ihr Leben dabei aufs Spiel gesetzt und verloren, andere sind mit Ruhm und Reichtum zurückgekehrt. Unglaubliches haben sie dabei geleistet und ertragen und sind nicht selten über sich hinausgewachsen. So haben vor rund 1000 Jahren die Wikinger unter der Führung von Leif Eriksson Amerika entdeckt, 1911, vor genau 100 Jahren, erreicht Roald Amundsen als erster Mensch den Südpol und 10 Jahre ist es her, dass im Rahmen des Humangenom-Projektes eine vorläufige Arbeitsversion des gesamten, menschlichen Genoms vorgestellt wurde. Neuland zu entdecken und zu betreten ist ein unvergänglicher Menschheitstraum. Visionen und Phantasien, die Sehnsucht nach Freiheit und die Suche nach Gestaltungsspielräumen, Träume und Utopien von einem anderen Leben sind die Kräfte, die den Menschen zum Aufbruch treiben, die ihn dazu bringen, Heim und Herd, seine vertraute Heimat zu verlassen und sich der unbekannten Gefahr auszusetzen. Selbst unvorstellbare Risiken bremsen kaum seine Abenteuerlust. Sein Wagemut überwindet die Ungewissheit und die Angst. Keine Bedrohung, kein Scheitern ist groß genug, dem Menschen seinen Pioniergeist zu nehmen, ihn von Expeditionen und Entdeckungsreisen abzuhalten, zu stark locken die fernen Gestade. Einmal auf dem Weg, wächst die Zuversicht mit jeder ausgestandenen Herausforderung und welche Erlösung, wenn nach langer Fahrt Land in Sicht kommt. Wie von der Leine gelassen ist unser Jagdinstinkt, unser ewiger Drang zu erobern, Widerstände zu überwinden und Beute zu machen, in Besitz zu nehmen, was uns noch nicht gehört. In die angespannte Euphorie mischt sich untrennbar die Faszination der Fremdheit, die uns in diesem Wunderland entgegen schlägt und die einhergeht mit dem Staunen, der Überraschung, der Erinnerung an das, was uns vertraut ist. Und langsam, aber unaufhaltsam und unweigerlich geht dabei eine Veränderung mit uns vor. Wir wachsen und mit jedem Fehler, den wir machen, mit jeder neuen Erkenntnis gewinnen wir neues Wissen und neues Selbstvertrauen. Wir lernen die Welt neu zu sehen, mit anderen Augen, aus anderen Blickwinkeln und wundern uns nicht selten, über die Verwandlung, die dabei mit uns selbst von statten geht.

Worum es geht

  • um die Kräfte, die von Utopien freigesetzt werden können
  • um die Unwägbarkeiten für diejenigen, die sich auf den Weg machen
  • um das Staunen, wenn das Neue greifbar, das Ziel erreicht wird
  • um die Verwandlung, die erwachsen kann aus Erkenntnis durch neue Wahrnehmung

Ziel der Ausstellung

  • das Wesen von Veränderung und Erneuerung untersuchen
  • gemeinsam mit den Künstlern und der Galerie Neuland betreten
  • einen komplexen Denkraum und einen kreativen Dialog zwischen den gezeigten Positionen und dem Betrachter schaffen
  • eingefahrene Wahrnehmungsgewohnheiten in Frage stellen und möglicherweise verändern

Künstlerische Positionen

NEULAND ist ein faszinierendes dreiteiliges Ausstellungsprojekt, das im Jahre 2012 / 13 international und regional bekannte Künstlerinnen und Künstler im Entdecker-Dialog zusammenführt. 29 künstlerische Standpunkte zeigen in »Aufbruch«, »Entdeckung« und »Verwandlung« welcher Erkenntnisgewinn durch neue Wahrnehmung möglich wird.

 

»Aufbruch« | 22.01. - 25.03.2012 | Einführung: Christoph Tannert, Geschäftsführer Künstlerhaus Bethanien Berlin

 

»Entdeckung« | 22.04. - 08.07.2012 | Einführung: Christoph Bauer, Leiter Städtisches Kunstmuseum Singen

 

»Verwandlung« | 21.10.2012 - 25.11.2012 | Einführung: Clemens Ottnad M.A., Reutlingen

 

Kuratoren: Dr. Raimund Menges | Dr. Otto Rothfuss

Talstraße 30/1, 72768 Reutlingen-Degerschlacht | Telefon: +49 (0)7121 / 600390 | E-Mail: info@galerie-thron.de
Öffnungszeiten: Do & Fr 15:00 - 18:00 Uhr, So 15:00 - 17:00 Uhr und nach Vereinbarung