GABRIELE STRAUB

„gegenstrebige Fügung“

Gemälde & Arbeiten auf Papier 1990–2014

 

Einführung: Christian Malycha, Kunstverein Reutlingen

 

Ausstellungsdauer: 30. November 2014 bis 11. Januar 2015

Gabriele Straub sieht ihre Malerei in der Geschichte und lebendigen Erprobung der Farbmalerei. Ihre Gemälde beginnen vor allen beschreibenden Worten. Sie fordern die Worte vielmehr erst heraus, denn sowohl klassisches Malen und Zeichnen, doch auch das Collagieren heißen für sie ›Malen‹ und heißen zuvorderst: Wirklichkeiten bildlich zu erarbeiten, Erfahrungen, Einsichten, Erkenntnissen und Erinnerungen eine sichtbare Form zu geben.
Zu den Grundfarben Gelb, Rot, Blau gesellen sich fein kontrastierende sekundäre Grundfarben wie Orange, Grün, Violett.
Gabriele Straub bringt so in ihren Bildern eine Welt zur Erscheinung, die ganz aus der Farbe ersteht – vibrierend und fließend, malerisch besonnen, konzentriert und gefasst. Ihre Formen entwickeln sich dabei aus dem Malprozess. Was durchaus der asiatischen Tuschmalerei oder der orientalischen Kalligrafie verwandt scheint, denn ihre Gemälde schweben und wogen anmutig wie Wasserlilien.
Und wie unsere Wirklichkeit ist Gabriele Straubs Malerei eine Welt voller Gegensätze, die sich getrennt gegenüberstehen, doch gerade deshalb die Voraussetzung dafür bilden, dass es überhaupt innige Beziehungen geben kann. Diese ›Beziehungsdramen‹ der Farbe können still, kontemplativ oder auch hoch energetisch vorgetragen sein. Forschend spürt Gabriele Straub der Anziehungskraft der Farbe nach und lädt uns als Betrachter ein, schauend den Überraschungen der dicht verwobenen Pinselzügen zu folgen. Ganz wie schon Heraklit zu Beginn des abendländischen Denkens festhielt: »Das Gegenstrebige zusammenstimmend und aus diesem fügend die schönste Harmonie.« (Christian Malycha)

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Öffnungszeiten: Do & Fr 15:00 - 18:00 Uhr, So 15:00 - 17:00 Uhr und nach Vereinbarung